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<title>Der Gehülfe</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Der Gehülfe</span></h1>
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<p><b>Der Gehülfe</b> ist ein Roman von <a href="Robert_Walser" title="Robert Walser">Robert Walser</a>, geschrieben 1907 in Berlin und dort im Mai 1908 im Verlag <a href="Bruno_Cassirer" title="Bruno Cassirer">Bruno Cassirers</a> erschienen.
</p><p>Der 24-jährige Joseph Marti, <a href="Gehilfe" title="Gehilfe">Gehülfe</a> des Ingenieurs Carl Tobler, erlebt während eines halben Jahres als Hausangestellter den <a href="Insolvenz" title="Insolvenz">Ruin</a> der Familie eines erfolglosen <a href="Erfinder" title="Erfinder">Erfinders</a> und geht seiner Wege.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Wahrheit_und_Dichtung">Wahrheit und Dichtung</h2></div>
<p>Walser lässt den <i>Gehülfen</i> in einem Dorf <i>Bärenswil</i>, <i>eine gute Dreiviertelstunde Eisenbahnfahrt von der großen <a href="Z%C3%BCrich" title="Zürich">Kantonshauptstadt</a> entfernt</i>, auftreten. Jener Ort der Handlung, <i>die Villa zum Abendstern</i>, steht zu <a href="W%C3%A4denswil" title="Wädenswil">Wädenswil</a> am <a href="Z%C3%BCrichsee" title="Zürichsee">Zürichsee</a>. Das geht aus einem Brief Robert Walsers vom 14. Dezember 1920 an Curt Wüest hervor. Ein <a href="Faksimile" title="Faksimile">Faksimile</a> des Briefs befindet sich in <i><a class="mw-selflink-fragment" href="#Literatur">Mächler</a></i> zwischen den Seiten 112 und 113. Darauf zu sehen ist der Turm, in dem der Gehülfe untergebracht war. Das Anwesen wurde vom <i>Maschinentechniker Carl Dubler</i>, seiner Gattin <i>Frieda</i> und den gemeinsamen vier Kindern bewohnt. Die Vornamen der Kinder wurden genauso in den Romantext übernommen wie die <a href="Erfindung" title="Erfindung">Erfindungen</a> des Technikers – die Reklame-Uhr, der Verkaufsautomat für Gewehrmunition und der Krankenstuhl. Walser hat vier Monate in dem Haus als Angestellter Dublers gewohnt und es zum Neujahr 1904 vor dem <a href="Betreibung" title="Betreibung">Konkurs</a> des erfolglosen Unternehmers verlassen<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.
</p><p>Walsers Mutter Elisa trug als Mädchen denselben Familiennamen wie der Protagonist: Marti<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Joseph_Marti">Joseph Marti</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Villa_zum_Abendstern">Villa zum Abendstern</h3></div>
<p>Erzählt wird die Geschichte vom langsamen <i>Verfall des Hauses</i> Tobler. <u>Joseph</u> Marti ist seit einiger Zeit stellenlos. Er bewirbt sich beim Erfinder Tobler als Gehilfe und bekommt nach einem Probetag die Stelle. Er kann bei seinem Arbeitgeber in dessen Villa wohnen; im Sommer bezieht er ein Turmzimmer und bleibt dort sechs Monate bis Neujahr. Joseph speist auch am Tisch der Familie. Anders geht es nicht. Sein Gehalt bekommt er anfangs auch nicht ausgezahlt. Er muss von <a href="Almosen" title="Almosen">Almosen</a> leben, die er vom Chef sporadisch zugesteckt bekommt. Obwohl sich Joseph eigentlich <i>mit <a href="Schulden" title="Schulden">Schuldenabzahlen</a> eilen</i> müsste, ist er damit einverstanden. Trotz <i>sich immer mehr</i> zuspitzender <i>finanzieller Lage</i> lebt die Familie nicht schlecht. Niemand muss Hunger leiden. Im Gegenteil – der Hausherr Carl (auch: Karl) <u>Tobler</u> lädt Bürger aus dem Dorf zu sommerlichen Gartenfesten auf seinem Seegrundstück inmitten der reizvollen Berglandschaft ein. Der <a href="Schweizer_Bundesfeiertag" class="mw-redirect" title="Schweizer Bundesfeiertag">1. August</a> wird auf Toblers üppig illuminierten Anwesen mit einem Feuerwerk ausgelassen gefeiert.
</p><p>Nach Möglichkeit genießt Joseph den Sommer; schwimmt, rudert des Nachts <u>Frau Tobler</u> und die vier Kinder über den See. Musik erklingt, umschlingt <i>den dunklen, duftenden Leib der Seesommernachtstille</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Die_Erfindungen">Die Erfindungen</h3></div>
<p>Josephs Arbeitsplatz, das <i>Bureau</i> des <i>technischen Erfinders</i> Tobler, liegt <i>im Keller</i> der Villa. Tobler hat erfunden: die <i>Reklame-Uhr</i>, die <i>Tiefbohrmaschine</i>, den nach Münzeinwurf ein <i>Paket Patronen</i> ausgebenden <i>Schützenautomaten</i>, den <i><a href="Patent" title="Patent">patentierten</a> Krankenstuhl</i> und <i>einen kleinen Dampfapparat, diesen Dampfbehälter</i>. Zudem spricht im Bureau ein <i>Kraftanlagenschöpfer</i> behufs der <i>Selbstkrafterzeugungsmaschine in Städten</i> vor. Letztendlich will niemand Toblers Erfindungen auf Lizenzierung einkaufen. Als Frau Tobler erkrankt und der Herr Ingenieur seinen Krankenstuhl an der eigenen Frau ausprobiert, muss er Kritik einstecken. Das <i>bildhübsche, kleine Modell</i> ist unbequem. Flugs konstruiert der Erfinder um.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Der_Erfinder">Der Erfinder</h3></div>
<p>Tobler will <i>einen Kopf als Angestellten</i>. <i>Das Nachdenken über hohe Dinge</i> ist Josephs Sache nicht. Der neue Gehülfe brilliert in der Erfüllung von <i>Nebenaufgaben</i>. Das alles ist keine Kopfarbeit, sondern ausnahmslos Handlangertätigkeit. Der sommerliche Garten um die Villa herum ist mit dem Schlauch zu bewässern. Besorgungen, auch für die Gattin Toblers, sind zu erledigen. Der Haushälterin <u>Pauline</u> muss ab und zu zur Hand gegangen werden. Joseph spielt die Rolle eines Hausmeisters.
</p><p>Tobler fordert von Joseph besonders Pünktlichkeit. Wenn der Gehülfe sich im <i>Bureau</i> ein wenig verspätet, gibt es ein Donnerwetter. Joseph schweigt bei solcher Gelegenheit <i>wohlüberdachtermaßen</i>. Tobler schimpft auf Bärenswil, <i>das Drecknest</i> und meint in Wirklichkeit dessen Bewohner, welche die Erfolglosigkeit des Erfinders riechen und sich geordnet zurückziehen.
</p><p>Während der Arbeit darf Joseph von Toblers <i><a href="Zigarre" title="Zigarre">Zigarrenstumpen</a></i> rauchen. Der Chef war vor drei Jahren einfacher Hilfsingenieur in einer großen Maschinenfabrik gewesen, hatte geerbt, sein Geld aber in den Kauf der Villa und in die Reklame-Uhr gesteckt. Deshalb muss schnellstens Geld her. Als Geldgeber soll ein <i><a href="Kapitalist" title="Kapitalist">Kapitalist</a></i>, möglichst ein <i>Fabrikherr</i>, gewonnen werden, damit die <i><a href="Massenproduktion" title="Massenproduktion">Massenanfertigung</a></i> der <i>patentierten</i> Erfindungen <i>gleich</i> beginnen kann. Daraus wird im ganzen Roman nichts. Tobler muss vielmehr <i>Zahlungsverweigerungsgründe</i> erfinden. Selbst im Herbst zeigt sich <i>keinerlei Umschwung</i>, obwohl Tobler auf andauernden Geschäftsreisen nicht müde wird, jenen <i>Kapitalisten</i> aufzutreiben. Als tatsächlich einmal ein <i>Kapitalist</i> in der Villa vorspricht, ist Tobler gerade verreist. Joseph muss einspringen und vertreibt den potentiellen Geldgeber durch sein <i>unverantwortliches kopfloses</i> Benehmen. Tobler tobt nach seiner Rückkehr von der Reise, kann aber verzeihen. Er schenkt dem <i>Gehülfen</i> einige von seinen abgetragenen Kleidern. Der beleidigte Joseph begehrt zwar wortreich auf, nimmt jedoch die <i>Kleidergeschenke</i> schließlich doch. Als Tobler seine Frau misshandelt, kann Joseph nicht anders – er schreitet ein und ermahnt den Herrn Ingenieur. Der Erfinder, nie verlegen, hält dem Angestellten vor, <i>ein großes Maul</i> haben, das könne jeder. Leisten solle er endlich etwas. Angesichts der sich häufenden <i>unbezahlten <a href="Wechsel_(Urkunde)" class="mw-redirect" title="Wechsel (Urkunde)">Wechsel</a></i> gibt sich Tobler kämpferisch: <i>Eine Idee stirbt oder sie siegt</i>. Dabei pumpt er auf seinen Reisen bereits Bekannte und Verwandte an. Schließlich muss Tobler auf <i><a href="Forderung" title="Forderung">Schuldforderungen</a></i> seine <a href="Insolvenz" title="Insolvenz">Illiquidität</a> eingestehen. Aber <i>ein mütterliches Erbteil</i> hat er noch. Doch der Betrag, den die Mutter herausrückt, ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein; kann lediglich die <i>wildesten <a href="Gl%C3%A4ubiger" title="Gläubiger">Gläubiger</a> und Schuldenforderer</i> ein klein wenig besänftigen. Um in den Genuss des Geldes der Mutter zu gelangen, muss Tobler gar die Ehefrau vorschicken. Nicht einmal dem <i>Verwalter des hauptstädtischen Stellenvermittlungsbureaus</i> wird das geringe <a href="Entgelt" title="Entgelt">Vermittlungsentgelt</a> ausbezahlt. Das Elektrizitätswerk schaltet den Strom für die Villa ab.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Frau_Tobler">Frau Tobler</h3></div>
<p>Frau Tobler <i>kommt aus echt <a href="Bourgeoisie" title="Bourgeoisie">bourgeoisen</a> Kreisen her</i> und hat <i>nicht die geringste Angst</i> vor ihrem Gatten. Da Letzterer oft auf Reisen ist, vertreibt sie sich notgedrungen mit dem <i>Gehülfen</i> die Zeit. Beide <a href="Jass" title="Jass">jassen</a>, unterhalten sich oder Joseph schaut Frau Tobler einfach zu, wie sie liest. Einmal erblickt er die Frau durch ihre offene Schlafzimmertür im <a href="Neglig%C3%A9" title="Negligé">Negligé</a>. Es entwickelt sich keineswegs ein Verhältnis zwischen den beiden, doch sie kommen einander näher. Man achtet sich. Frau Tobler vertraut sich dem <i>Gehülfen</i> an. Sie weiß, wer sie ist und lässt den Lebensmut nicht sinken. Ursache des beruflichen Misserfolges ihres Gatten sind nach ihrer Ansicht die <i>verschwenderischen Wohltaten</i>, in deren Genuss gerade jene Mitmenschen kamen, die ihn nun hart bedrängen. Frau Tobler steht ihrem Mann bei, kann aber letztendlich den Ruin nur ein wenig hinausschieben. Manchmal fragt sie Joseph, ob das Desaster doch noch abwendbar sei. Als Joseph, welcher die Frau immer trösten möchte, das für durchaus möglich hält, heißt sie ihn einen Lügner. Wie wahr! Spürt doch Joseph die zunehmende Feindseligkeit beim täglichen <i>Abwehren der Gläubiger</i> am eigenen Leibe. Auf der <i>Bärenswiler Bank</i> schlägt das <i>Erstaunen</i> in <i>herablassendes Mitleid</i> um.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Wirsich_auf_Besuch">Wirsich auf Besuch</h3></div>
<p>Wirsich, der Vorgänger Josephs als Hausdiener, war von Tobler wegen unflätiger Auftritte verursacht durch <a href="Alkoholkrankheit" title="Alkoholkrankheit">Volltrunkenheit</a> aus dem Hause gejagt worden. Nun bittet der Trinker, der seine alte Mutter als Verstärkung in die Villa mitgeschleppt hat, um Wiedereinstellung. Der Herr Ingenieur sieht sich außerstande. Joseph <i>macht seine Sache auch ganz ordentlich</i>. Im Spätherbst dann, der <i>Sommersee</i> ist ein <i>Nebelsee</i> geworden, kommt Wirsich aus dem <i>Regen</i> und der <i>Kälte</i>. Joseph nimmt den Obdachlosen – mit Zustimmung der Frau Tobler (der Hausherr ist auf Reisen) – in seinem Turmzimmer auf, teilt das Bett mit ihm und drängt dem Trunkenbold ein <i>Goldstück</i> auf, das er tags zuvor von Tobler bekommen hat. Dem Tobler, diesem <i>Großhans</i>, wünscht Wirsich, dass er aus <i>seinem prahlerischen Haus und Garten hinausfliegt</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Dora,_Silvi,_Edi,_Walter_und_Pauline"><span id="Dora.2C_Silvi.2C_Edi.2C_Walter_und_Pauline"></span>Dora, Silvi, Edi, Walter und Pauline</h3></div>
<p>Den <i>Abendstern</i> bewohnen noch die vier Kinder der Toblers – die Mädchen Dora und Silvi sowie die Knaben Edi und Walter. Frau Tobler kann es sich selber nicht erklären, sie hasst Silvi, ihr eigenes Kind. Die Magd Pauline hat von der Hausherrin die Erlaubnis, das Kleinkind nachts, wenn es ins <a href="Enuresis" title="Enuresis">Bett nässt</a>, zu prügeln. Pauline gebraucht ihre Macht. Joseph beobachtet das Gezeter und macht schließlich Frau Tobler ernsthaft Vorwürfe. In einem Abwasch liest der Gehülfe gleich noch dem gerade heimkehrenden Tobler die <a href="Leviten" title="Leviten">Leviten</a>: Die Frau misshandelt Silvi und der Vater sieht darüber hinweg. Toblers Stellungnahme dazu lautet: Die Frau sei <i>eine Gans</i> und Joseph <i>verrückt</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Joseph_geht_weiter">Joseph geht weiter</h3></div>
<p>Als Wirsich seine nächste Stelle in Bärenswil erneut wegen Trunkenheit verloren hat, bereitet auch Joseph seinen Abgang aus der <i>Villa zum Abendstern</i> vor. Beim <i>hauptstädtischen Stellenvermittlungsbureau</i> bewirbt er sich um eine <i>passende Stelle</i>. Nach einer weiteren Ungeschicklichkeit Josephs wird der <i>Herr und Meister tätlich</i>. Weinend begründet der Gehülfe der Frau Tobler seinen beabsichtigten Weggang. Die Frau bleibt <i>kalt</i> und empfiehlt dem Angestellten, sich noch von ihrem Mann zu verabschieden. Der Gehülfe wird vom Herrn Ingenieur aus dem Haus geworfen. Joseph und Wirsich verlassen Bärenswil und ziehen <i>weiter</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entstehung">Entstehung</h2></div>
<p>Walser schrieb den Roman im Alter von 29 Jahren in <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a>. Hier förderte ihn <a href="Christian_Morgenstern" title="Christian Morgenstern">Christian Morgenstern</a>, der <a href="Lektorat" title="Lektorat">Lektor</a> im Verlag Bruno Cassirer.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Für eine erste Version, von der Walser Morgenstern im Herbst 1906, also noch vor Erscheinen seines Erstlings <i><a href="Geschwister_Tanner" title="Geschwister Tanner">Geschwister Tanner</a></i> erzählte, plante er einen durchaus anderen Plot: Der Held sollte darin als Gehilfe einem Gelehrten auf einer Forschungsexpedition nach Asien folgen. Zur Recherche wollte Walser sogar den Staatssekretär des <a href="Reichskolonialamt" title="Reichskolonialamt">Reichskolonialamtes</a> <a href="Bernhard_Dernburg" title="Bernhard Dernburg">Bernhard Dernburg</a> interviewen und bat Morgenstern, den Kontakt herzustellen. Dies Projekt gab er aber nach Einwänden wieder Bruno Cassirers auf. Die Niederschrift des heute vorliegenden Romans leistete Walser dann im Herst 1907 in nur sechs Wochen, weil der <a href="August_Scherl" title="August Scherl">Scherl-Verlag</a> ihn eingeladen habe, sich an einem Roman-Wettbewerb zu beteiligen. Dies lässt sich historisch nicht verifizieren.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Walser selbst äußerte später zu <a href="Carl_Seelig" title="Carl Seelig">Carl Seelig</a>, <i>Der Gehülfe</i> sei „ein ganz und gar <a href="Realismus_(Literatur)" title="Realismus (Literatur)"> realistischer Roman</a>“, zu dem er fast nichts zu erfinden brauchte: Das habe „das Leben […] für mich besorgt“<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rezeption">Rezeption</h2></div>
<ul><li><i><a href="Hermann_Hesse" title="Hermann Hesse">Hesse</a></i> schreibt 1936, zwar sei der <i>Gehülfe voll von Stimmungen vom Anfang des</i> 20. <i>Jahrhunderts</i>, doch bezaubere die <i>Erzählung durch die zeitlose Anmut ihres Vortrags, durch die zart und absichtslos spielende Magie</i><sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.</li>
<li>Nach <i><a href="Albin_Zollinger" title="Albin Zollinger">Zollinger</a></i> sei <i>Walsers unbeschreiblicher Zauber</i> zurückzuführen <i>auf seine pedantische Unbestechlichkeit</i><sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.</li>
<li><i>Anne Gabrisch</i> schreibt 1983, <i>Herr und Diener </i>seien<i> gleichermaßen närrisch – ein Paar von fürchterlicher Komik. Und von weit her an <a href="Don_Quijote" title="Don Quijote">Don Quijote</a> und Sancho Pansa erinnernd</i><sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.</li>
<li><i><a href="Robert_M%C3%A4chler" title="Robert Mächler">Mächler</a></i><sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> erzählt aus der Entstehungsgeschichte des <i>Gehülfen</i>. Der Roman sei im Rahmen eines Wettbewerbs des <a href="August_Scherl" title="August Scherl">Scherl</a>-Verlages <i>in sechs Wochen</i> niedergeschrieben worden. Walser habe <i>achttausend Mark Honorar</i> verlangt, das Manuskript jedoch wegen der hohen Forderung <i>postwendend zurück</i>erhalten. Als sich Walser darauf mit dem Verlagsleiter stritt, soll dem Autor entfahren sein: <i>Sie Kamel verstehen überhaupt nichts von Literatur</i>.</li>
<li><i><a href="Peter_Sprengel" title="Peter Sprengel">Sprengel</a></i> resümiert, <i>die Bärenswiler erweisen sich als Nachfolger der <a href="Die_Leute_von_Seldwyla" title="Die Leute von Seldwyla">Leute von Seldwyla</a></i>.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ausgaben">Ausgaben</h2></div>
<ul><li>Verwendete Ausgabe
<ul><li>Robert Walser: <i>Der Gehülfe. Roman</i>. Hrsg. v. Jochen Greven. Mit einem Nachwort des Herausgebers. Zürich 1985. ISBN 3-518-37610-1</li></ul></li>
<li>Erstausgabe
<ul><li>Robert Walser: <i>Der Gehülfe. Roman</i>, Verlag von Bruno Cassirer, Berlin 1908. 2 Bl., 392 S., 6 Bl. Anzeigen. Originalbroschur mit farbiger Deckelillustration von <a href="Karl_Walser" title="Karl Walser">Karl Walser</a>.</li></ul></li>
<li>Ausgabe von 1983
<ul><li>Robert Walser: <i>Der Gehülfe. Roman</i>. Mit 36 Zeichnungen von <a href="Gunter_B%C3%B6hmer" title="Gunter Böhmer">Gunter Böhmer</a> und einer Einführung von <a href="Albin_Zollinger" title="Albin Zollinger">Albin Zollinger</a>, Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-7632-2742-3.</li></ul></li></ul>
<ul><li>Ausgabe von 2004
<ul><li>Robert Walser: <i>Der Gehülfe. Roman</i>, mit einem Nachwort von <a href="Wilhelm_Genazino" title="Wilhelm Genazino">Wilhelm Genazino</a>, Manesse Verlag, Zürich 2004, ISBN 978-3-7175-2036-8.</li></ul></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="J%C3%B6rg_Drews" title="Jörg Drews">Jörg Drews</a>, <a href="Jochen_Greven" title="Jochen Greven">Jochen Greven</a>: <i>Robert Walser – Der Gehülfe</i>. In: <i><a href="Kindlers_Literatur_Lexikon" title="Kindlers Literatur Lexikon">Kindlers Literatur Lexikon</a></i>. 3. Auflage, Springer, Wiesbaden 2020, doi.org/10.1007/978-3-476-05728-0_19522-1.</li>
<li>Karl Wagner: <i>Der Gehülfe (1908)</i>. In: Lucas Marco Gisi (Hrsg.): <i>Robert Walser-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung</i>, J.B. Metzler, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-476-02418-3, S. 106–116.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verfilmung">Verfilmung</h2></div>
<p>Der Roman wurde 1975 von <a href="Thomas_Koerfer" title="Thomas Koerfer">Thomas Koerfer</a> mit <a href="Paul_Burian" title="Paul Burian">Paul Burian</a> als Joseph Marti, Ingold Wildenauer als Carl Tobler und <a href="Verena_Buss" title="Verena Buss">Verena Buss</a> als Frau Tobler unter gleichem Titel verfilmt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Hörbuch"><span id="H.C3.B6rbuch"></span>Hörbuch</h2></div>
<p>2015 erschien eine gekürzte <a href="Leseinszenierung" title="Leseinszenierung">szenische Lesung</a> mit Martin Hofer und Heinz Müller im LOhrBär-Verlag, Regensburg, ISBN 978-3-939529-14-9.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.gutenberg.org/ebooks/27598"><i>Der Gehülfe</i></a> im <a href="Project_Gutenberg" title="Project Gutenberg">Project Gutenberg</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Verwendete Ausgabe, Nachwort, S. 299f.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Mächler</i>, S. 16</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Roswitha_Schieb" title="Roswitha Schieb">Roswitha Schieb</a>: <i>Berliner Literaturgeschichte. Epochen – Werke – Autoren – Schauplätze</i>. Elsengold, Berlin 2019, ISBN 978-3-96201-030-0, S. 102.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Karl_Wagner_(Literaturwissenschaftler)" title="Karl Wagner (Literaturwissenschaftler)">Karl Wagner</a>: <i>Der Gehülfe</i>. In: Lucas Marco Gisi (Hrsg.): <i>Robert Walser-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung</i>. J.B. Metzler, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-476-02418-3, S. 106–116, hier S. 107 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Verwendete Ausgabe, S. 300.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Michels</i>, S. 461</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Verwendete Ausgabe, S. 305</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Verwendete Ausgabe, S. 307</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Mächler, S. 81f</span>
</li>
</ol>
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